Neue Materialsätze

26.04.2026
Feuerwehr
Feuerwehren im Landkreis Regen bestens gerüstet für Waldbrände, Tierrettung und Hochwasser

Sechs Feuerwehren konnten sich am Montagabend im Haus der Zwieseler Feuerwehr über Materialsätze zur Waldbrandbekämpfung, Tierhebegeschirre und Hochwasserrettung freuen, die ihnen der Landkreis als Sachaufwandsträger zur Verfügung gestellt hat.

Allerdings wird das mit viel Arbeit verbunden sein, denn sechs Wochen lang werden die qualifizierten Fachkräfte der Feuerwehr mindestens einmal pro Woche in den neuen Geräten ausgebildet. Bezüglich des Hochwasserschutzes haben die Wehren einen Schulterschluss mit dem Bereich Deggendorf, denn in Notsituationen arbeiten die Blaulichtkräfte nicht nur regional, sondern überregional zusammen. Heinrich Mühlbauer bildet in puncto Hochwasser und Tierhebegeschirr aus. Dies betrifft die Feuerwehren Patersdorf, Zell und Sohl. Im Bereich Waldbrand ist der Ausbilder Kreisbrandmeister (KBM) Ludwig Sperl aus Langdorf.

„Mit jedem Gerät kommen Pflichten auf euch zu“

Kreisbrandrat Hermann Keilhofer freute sich über die neuen Utensilien, ermahnte aber auch: „Mit jedem Gerät kommen Pflichten auf euch zu, die ihr mit Fleiß bewerkstelligen werdet.“ Er bedankte sich beim Kreisobmann der bayerischen Bauernvereinigung Roland Graf, der sich dafür eingesetzt hatte, das Tierhebegeschirr zu bekommen und auch bezüglich des Themas Tierrettung der Feuerwehr stets beratend zur Seite steht.

Denn auch der Bauernschaft sei stark daran gelegen, dass die Feuerwehr im Landkreis Regen funktioniert. „Wir sind der waldreichste Landkreis in Bayern. Zusätzlich haben wir den Nationalpark. Deswegen ist eine Ausstattung erforderlich, die sich an den Gegebenheiten für sämtliche Einsatzszenarien, die möglich sind, ausrichtet“, betonte Hermann Keilhofer. „Wir brauchten viele Stunden, bis wir als Feuerwehr wussten, was wir bei Unwetter alles für effektive und effiziente Einsätze benötigen. Nun ist es professionalisiert durch ,learning by doing‘. Die Rettung ist vernünftig und dauerhaft gesichert. Was lange währt, ist endlich gut.“

Landrat Ronny Raith freute sich, dass es nun zur Übergabe kam. „Wir sind auf einem beständigen Weg, den wir alternativlos so weitergehen müssen, denn die Einsatzlage wird immer komplexer. Wir sind als Landkreis Sachaufwandsträger und dazu verpflichtet, diese Rettungsmöglichkeiten bereitzustellen“, betonte er. Zugleich seien damit große Erwartungen an die Einsatzkräfte verbunden. „Das geht nur mit einem eingeschworen Team, das zusammenhält.“

Sein Dank ging an die Ehrenamtler und Führungskräfte. „Das beste Material hilft nichts, wenn keiner damit umgehen kann“, sagte er. So werden viele Stunden der Ausbildung, Übung und Erprobung auf die Feuerwehren Sohl, Lindbergmühle, Patersdorf, Auerkiel und Kirchaitnach zukommen, die in puncto Waldbrand trainiert und geschult werden. „Wir werden Einsätze auch außerhalb der Gemeindegrenzen unterstützen. Ich habe extra nachgesehen: Im Februar hat es zuletzt richtig geregnet, alles ist schon wieder so trocken. Auch wenn der Landkreis finanziell klamm ist: Als Sachaufwandsträger müssen wir anschaffen, was notwendig ist“, betonte er. Um bei Einsätzen zu helfen und zu retten brauche man Spezialisten. „Ich hoffe, dass ihr weiterhin so gut zusammen arbeitet wie bisher“, so der Landrat.

Nach dem offiziellen Teil begannen die Rettungskräfte gleich, das Material zu sichten. Die Wehren unterstützten sich gegenseitig beim Verladen der Boxen, um die Geräte an den jeweiligen Bestimmungsort zu bringen. Sie werden bald mit der Materialkunde und Ausbildung beginnen – und so entstanden auch gleich einige fachliche Diskussionen.

Text und Fotos: pnp-Marika Hartl.